Bildnerische Perspektiven aus Bitterfeld

Miriam Schmidt ist den Spuren einiger Werke und Künstler:innen des Bitterfelder Wegs nachgegangen und hat sie während des ersten Festivals OSTEN 2022 im Bitterfelder Kulturpalast ausgestellt.

Zur Feierstunde im Kulturpalast, Josef Schubert, um 1972

Aus der bildnerischen Zirkelarbeit in Bitterfeld um Zirkelleiter wie Walter Dötsch, Bernhard Franke und Wolfgang Petrovsky gingen unzählige Bilder hervor. Sie sind Speicher des kollektiven Gedächtnisses und ein wichtiger Teil der Kulturgeschichte der DDR, die geprägt ist von einer Vielzahl unterschiedlicher Richtungen und Phasen. Teils befinden sich die Bilder in Privatbesitz, teils als Bitterfelder Kunstsammlung im Archiv des Landes Sachsen-Anhalt. Zu sehen sind sie immer noch äußerst selten – der Dialog mit ihnen ist somit nur sporadisch möglich. In dem Rechercheprojekt hat Miriam Schmidt Bilder aus Bitterfeld mit ihrem Entstehungsort verknüpft und an der Dötsch-Bar des Kulturpalastes befragt. Im Vorfeld des ersten Festivals OSTEN in 2022 geführte Gespräche mit Zeitzeug:innen haben diesen Dialog angestoßen und einen Grundlage für die Interaktion mit den Bildern geboten, die während der Veranstaltung als Teil des PARCOURS im Kulturpalast gezeigt wurden.

Über ORTSBEGEGNUNG

Inspiriert von OSTEN hat sich ein Seminar der Kunstwissenschaften der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle unter Leitung von Prof. Dr. Nike Bätzner von 2020 bis 2022 mit Bitterfeld, dem Kulturpalast, Geschichte und Gegenwart befasst. In ihren Recherchen haben die Studierenden nicht nur die kulturelle Tätigkeit der Zirkel im Kulturpalast und die verschiedenen Wirklichkeiten der Arbeitswelt im Kombinat, sondern auch generell die Möglichkeiten einer Verschränkung von Kunst und Leben. In ihren künstlerischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen haben sie spezifische Ansatzpunkte gefunden, um das historisch und lebensweltlich Gegebene mit heutigen Fragestellungen zu unserer Verantwortlichkeit im Anthropozän zu verknüpfen. Gespräche mit Zeitzeug:innen waren dabei für die Erforschung des lokalen und geistigen Terrains eine wertvolle Quelle.

Eine Zusammenarbeit mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Weitere Themen